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Hochschulinformationstag (HIT) Universität Osnabrück

Uni zum Anfassen

Von Simon Freisem* und Hans-Martin Barthold - Februar 2013

So freuen sich Studenten auf die NeuenEin Tag im November. Irgendwie scheint heute alles anders. Mein Hirn, nicht gewohnt, schon vor dem Aufstehen arbeiten zu müssen, befindet sich noch im „Go slow-Modus“. Denn normalerweise erreiche ich meine Betriebstemperatur gerade so vor Schulbeginn, aber nie früher. Als ich die Lage endlich einigermaßen peilen kann, finde ich mich im Zug wieder.

Allerdings zeigt die Uhr erst 6:15 Uhr. Was ist hier los? Bin ich Opfer einer Entführung oder ist es nur ein Albtraum? Ich schaue mich um und denke, gleich wachst Du auf und es ist alles wie immer: Aufstehen, Frühstück, Bus, Unterricht. Doch die Erlösung lässt auf sich warten. Noch ein paar Minuten und ich nehme meine Mutter neben mir wahr. Sie blättert interessiert in einer Broschüre. Meine müden Augen erkennen schemenhaft den Titel: „HIT – Hochschulinformationstag. Osnabrück 22. November 2012“.

Plötzlich weiß ich, die Situation ist pure Realität und ich auf dem Weg ans andere Ende der Welt. Na ja nicht ganz, aber wenigstens ans andere Ende von Niedersachsen. Osnabrück? Noch nie dort gewesen. Aber immerhin soll’s da eine Uni geben, wo man Kunst und Englisch studieren kann. Und das ist momentan so meine Richtung, am liebsten für ein Lehramtsstudium. Meine Mutter ließ mir mal wieder keine Ruhe. Anschauen sei besser als sich in Hoffnungen und Vermutungen zu ergehen, meinte sie vor allem mit Blick auf die Prüfung wegen der besonderen künstlerischen Befähigung. Ich kenne das und weiß, Widerstand ist zwecklos. Ihre Hartnäckigkeit zermürbt auch den härtesten Schüler. Deshalb habe ich nach kurzer Zeit eingewilligt. In Hannover umsteigen. Rushhour, Hektik, überfüllte Bahnsteige, neuer Zug, weiterfahren. Es wird langsam heller. Menschen steigen ein und aus. Zu einer intensiven Unterhaltung haben die wenigsten Bock. Einfach noch zu früh. Nur gut, dass man als Lehrer nicht bereits zu so einer Uhrzeit arbeiten muss.

Uni – Das hat was


StudentenparkplatzAnkunft in Osnabrück. Bahnhof und Stadt reißen einen nicht wirklich vom Hocker. Klar, kein Vergleich mit Calberlah und Gifhorn, weil größer und ein bisschen mehr Leben in den Straßen. Aber sonst nichts Besonderes. Eine Universität hat Osnabrück seit knapp 40 Jahren, also keine hundertjährige Tradition wie Münster. Zusammen mit der Hochschule Osnabrück, die eine Fachhochschule ist, ist sie inzwischen zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geworden. Immerhin. An der Uni forschen und lehren 940 Professoren, an der Hochschule noch einmal 300. Stand alles in der Infobroschüre zum Hochschulinformationstag!

Jetzt sehe ich auch die ersten der insgesamt 21.500 in Osnabrück eingeschriebenen Studenten, bevorzugt mit Fahrrad. Nicht alle in verkehrstechnisch einwandfreiem Zustand, aber immerhin fahrtauglich. Manche Fahrräder sehen aus, als stammten sie aus der Zeit kurz nach Erfindung dieses Verkehrsmittels. Viel Rost und wenig Lack. Auch die Form scheint mir sehr gewöhnungsbedürftig, aber hier offensichtlich in. Lasse mir später erklären, dass das Hollandräder sind. Bei Gegenwind ist man mit Laufen wahrscheinlich schneller. Aber sei’s drum. Wir müssen uns jedenfalls beeilen, um rechtzeitig in der Seminarstraße zu sein. Dort beginnt bereits um 9:30 Uhr die Infoveranstaltung Kunst/Kunstpädagogik. Ungefähr dreißig andere Gymmies hatten die gleiche Idee wie ich. Die Ateliers sind, wie man sich das von einem Fachbereich Kunst vorstellt. Mit großen Fenstern, hell, Licht durchflutet, überall irgendwelche Materialien verteilt, die zahlreichen Staffeleien zeigen deutliche Gebrauchsspuren. Die Ordnungskategorien scheinen funktionsorientiert und nicht ideologisch begründet. Das macht mir die Sache schon mal ganz sympathisch.

Mitmachen statt zuhören

Gespannte Aufmerksamkeit im voll besetzten AudimaxDie Professoren, im Studisprech liebevoll Profs genannt, stellen sich vor. Sie bestätigen in ihrem äußeren Erscheinungsbild und wie sie reden fast alle Klischees, die man als Landei so von Künstlern hat. Zuerst zeigen sie uns die Räume, in denen man als Student dann die meiste Zeit verbringen wird. Wir sehen auch die Druckwerkstatt, das Fotolabor und die Bildhauerei. Bin ziemlich beeindruckt. Hatte gedacht, nun kommt die große Frontalpredigt über den Sinn und die Notwendigkeit von Kunst in der Gesellschaft oder so was Ähnlichem. Aber war nicht. Stattdessen gab es einen Workshop mit dem Konzeptkünstler Ruppe Koselleck zum Thema „Was ist Kunst?“ Der Mann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter, kein Professor. Na ja, dachte ich, gähn gähn … Musste mich aber schnell korrigieren. Der Typ, bekannt geworden durch seine Kreuze aus aufgeschnittenen Coca Cola-Dosen und seinen Präsentationen in den IKEA-Warenhäusern, entpuppte sich als echtes Highlight. Er machte mit uns quasi einen Schnellkurs Kunst – mit alten Fahrradschläuchen! Hat richtig Spaß gemacht.

Dann Mittagspause mit belegten Brötchen, geschmiert von Studies. Ich vermute, die mussten deswegen heute ähnlich früh aufstehen wie ich. Finde ich toll, wie die sich für ihre Uni engagieren. Am späteren Nachmittag wäre ich dazu auch in der Lage, einmal im Jahr wie zum HIT vielleicht auch früher. In so einem Umfeld zu studieren, könnte ich mir ganz gut vorstellen. Da hast Du gleich Anschluss und bist nicht so mutterseelenallein. Anschließend ein Gespräch mit Leuten von der Fachschaft, das sind die gewählten Studentenvertreter vom jeweiligen Fachbereich. Die hatten tolle Tipps zur Mappe und zur Aufnahmeprüfung. Da sehe ich nun tatsächlich ein bisschen klarer. Hatte meine Mutter wohl doch Recht. Aber muss ich ihr nicht unbedingt sagen, sonst wird sie am Ende noch übermütig.

Leistung zählt

Ein HIT-LotseDann geht es quer durch die Innenstadt zum Institut für Anglistik/Amerikanistik. Am Neuen Graben soll das sein. Keine Ahnung, wie wir dahin kommen. Auf alle Fälle am Schloss vorbei, hat man uns gesagt, und dort einfach noch mal fragen. Tatsächlich stehen da Studenten, die eine orangefarbene Weste mit der Aufschrift HIT-Lotse anhaben. Alle echt freundlich. Um die Ecke, sagt uns die Lotsin, dann steht ihr unmittelbar davor. Gerade noch rechtzeitig. Hier sind wesentlich weniger Schüler da. Veranstaltung ist aber am Vormittag schon mal gelaufen. Die Professorin, jung und ein bisschen hibbelig, begrüßt uns freundlich. Es folgen viele nützliche Informationen. Klar, für eine Gruppenarbeit mit Selbstlerneffekt wäre die Zeit einfach viel zu kurz.

Die Professorin weist darauf hin, dass die Zulassung zum Studium der Anglistik von bestimmten Leistungen abhängig gemacht wird. Entweder man hat Englisch als Leistungskurs belegt und mindestens elf (!) Punkte erreicht, oder man kann einen Sprachtest wie etwa den TOEFL nachweisen. Bei der Mehrheit der Zuhörer löst das schieres Entsetzen aus. Einige verlassen daraufhin die Veranstaltung. Dass man im Anglistikstudium sehr viel lesen muss, dass ein Auslandssemester empfohlen wird, finde ich beides gut. Kommt meinen Interessen sehr entgegen. Anglistik zu studieren, ist halt mehr, als nur Englisch sprechen zu lernen. Hätte man natürlich auch schon vorher wissen können, aber hier gibt es die hochoffizielle Bestätigung. Die Wirkung ist deshalb intensiver.

Uni-Hauptgebäude im StadtzentrumGerne hätte ich mir noch etwas bei den Erziehungswissenschaftlern angehört, will ja schließlich Lehrer werden. Auch an den vielen anderen Ständen, vom Auslandsamt über das Studentenwerk bis hin zu den kirchlichen Hochschulgemeinden, wäre ich gerne noch vorbeigegangen. Im Übrigen gab es auch Veranstaltungen für völlig unentschlossene Abiturienten. Aber die Zeit reicht nicht mehr. Wir müssen zurück. Der Zug wartet nicht. Osnabrück verabschiedet uns mit Sonnenschein. Ist das ein gutes Omen? Werde ich wiederkommen? Zur Bewerbung und Aufnahmeprüfung bestimmt! Als Student? Man wird sehen. Der Tag jedenfalls war gut. Mal in die Uniwelt reinschnuppern zu können, lohnt auf jeden Fall! Ich werde das auch noch an anderen Hochschulen nutzen. Und beim nächsten Mal auch ein wenig vorbereiten. Umso gezieltere Fragen kann man dann stellen. Und umso konkreter und hilfreicher die Antworten. Doch nun hat mich erst einmal mein anderes Leben wieder – die Schule.

* Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn




Informationen über Hochschulinformationstage in Niedersachsen
http://studieren-in-niedersachsen.de/hochschulinformationstage_s.htm


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Fotos: hmb



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